„Wir verändern das Leben der Teilnehmerinnen“

Worin der Erfolg der Stadtteilmutter-Schulung liegt

„Die Stadtteilmütter-Schulung informiert und verbindet die Frauen nicht nur, sie setzt individuelle Potentiale frei und verändert das Leben unserer Teilnehmerinnen nachhaltig“, bringt es Zahra Abbassi auf den Punkt – ein Satz, der sitzt. Als ehemalige Absolventin und heutige Leiterin der Schulung weiß Abbassi genau, wovon sie spricht. Frauen Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen, die Isolierung im Familienverbund aufzulösen und die wertvollen Kompetenzen der Frauen zu nutzen: Das ist der Grundgedanke der Stadtteilmutter-Schulung. Gefragt nach der Erfolgsstrategie, muss Abbassi bei ihrer Antwort etwas schmunzeln: „Das Projekt lebt von einer positiven Mundpropaganda und authentischen Erfahrungsberichten. Am Ende sind Erfolge immer die beste Werbung. Viele Absolventinnen schaffen durch die Schulung den Berufseinstieg in Deutschland, sind in Wolfsburg zum Beispiel in Schulen, Kitas und sozialen Einrichtungen tätig. Das schafft Selbstvertrauen und Unabhängigkeit, was sich andere Frauen wiederum zum Vorbild nehmen.“ Ein Weg, für den Zahra Abbassi ein perfektes Beispiel ist. 2004 führte ihr Weg nach Wolfsburg. Ausgebildet in Meteorologie und Klimakunde öffnete ihr 2014 die Stadtteilmutter-Schulung die Tür für ein Studium in Deutschland. Nach ihrem erfolgreichen Studienabschluss in den Fächern Soziale Arbeit und Sozialpädagogik leitet Abbassi nunmehr seit 2022 das Stadtteilmutter-Projekt und begleitet zugewanderte Frauen an dem Punkt, an dem sie einst selbst stand. „Zugewanderte müssen hohe Hürden nehmen: die Kultur ist anders, die Sprache unverständlich, soziale Kontakte oft nicht vorhanden“, gibt Abbassi Einblick. „Hier eine Ansprechpartnerin zu haben, die an sensiblen Punkten unterstützt, vermittelt auch ein Gefühl von Sicherheit und Zugehörigkeit, was sich insgesamt positiv auf den Integrationswillen auswirkt. Die Leitung der Stadtteilmütter-Schulung ist für mich nicht nur eine berufliche Verpflichtung, sondern eine erfüllende Aufgabe.“ Eine städtische Investition, die am Ende der gesamten Stadtgesellschaft zugutekommt. Denn die Stadtteilmütter haben eine bedeutende Rolle als Vermittlerinnen und Brückenbauerinnen zwischen den Kulturen inne. „Wir können dazu beitragen Ängste und Vorurteile abzubauen. Wir fördern interkulturelles Verständnis und stärken so auch den Zusammenhalt in Zeiten geopolitischer Unsicherheit“, sagt Abbassi. Dass die Stadtteilmutter-Schulung ihre Ziele erreicht, macht nicht nur Abbassis beruflicher Werdegang deutlich. Auch ihre Mitabsolventinnen von 2014 haben ihre Berufungen in Wolfsburg gefunden. „Ich stehe noch regelmäßig in Kontakt mit einigen meiner Mitschülerinnen“, gibt Abbassi preis. „Einige von ihnen haben beeindruckende Wege eingeschlagen. Eine hat sich selbstständig gemacht und ein eigenes Geschäft eröffnet, eine andere arbeitet als Sozialassistentin in einem Kindergarten und wieder eine andere Mitschülerin ist mittlerweile als Ärztin in einer Kinderarztpraxis tätig“. Lebensläufe, die beeindrucken und den Grundgedanken der Stadtteilmutter-Schulung unterstreichen. 216 Frauen aus 37 Herkunftsländern und mit 16 verschiedenen Muttersprachen nahmen bisher erfolgreich an den Schulungen teil. Auch 2023 konnten 22 weitere Frauen ihren Abschluss feiern und sind nun als Brückenbauerinnen für Wolfsburg tätig. Eine Erfolgsgeschichte, die Zahra Abbassi als Leiterin weiterschreiben möchte und deswegen auch Entwicklungspotential für die Zukunft sieht: „Eine wachsende Unterstützung von Organisationen und eine weitere Sensibilisierung für die Bedürfnisse von Müttern würde den Frauen und unserem Projekt guttun. Ich wünsche mir, dass die Programme und Initiativen für Mütter kontinuierlich weiterentwickelt werden, um den sich wandelnden Bedürfnissen gerecht zu werden.“ Das ganze Interview mit Zahra Abbassi ist auf der städtischen Homepage wolfsburg.de zu finden. Weitere Informationen zum Projekt gibt es zudem auf wolfsburg.de/stadtteilmuetter. 

Bildunterschrift: Seit 2022 Leiterin der Stadtteilmutter-Schulung: Zahra Abbassi. Foto: Stadt Wolfsburg