Buchpräsentation Die Neuland baut der Stadt das Haus.

Eine Wohnungsgesellschaft in Diktatur und Demokratie zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Am Dienstag, 30. Juni, präsentiert das Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation (IZS) seine neueste Veröffentlichung um 17:30 Uhr in der Stadtbibliothek im Alvar-Aalto-Kulturhaus. Der von Dr. Maik Ullmann und Dr. Alexander Kraus herausgegebene Band Die Neuland baut der Stadt das Haus zeichnet Aufbau, Struktur, personelle Netzwerke und Kontinuitäten des lokalen Wohnungsunternehmens sowie dessen enge Verflechtung mit der Stadt Wolfsburg nach. Darüber hinaus wird mit ihm der Versuch unternommen, am Beispiel der Neuland eine Architektur-, Kultur- und Gesellschaftsgeschichte des Wohnens von der Zeit des Nationalsozialismus bis in die frühen 1970er Jahre hinein zu schreiben. Die Moderation durch das Gespräch übernimmt Dieter Landenberger, Leiter Heritage der Volkswagen Group – ein bewusstes Zeichen dafür, dass die Aufgabe der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit Wolfsburgs eine gemeinsame Aufgabe von Unternehmen und Stadt ist.

Hans-Dieter Brand und Irina Franz, die als Geschäftsführung der Neuland die Studie in Auftrag gegeben haben, betonen: „Als kommunales Wohnungsunternehmen stehen wir heute für demokratische Werte, soziale Verantwortung und die Daseinsvorsorge in Wolfsburg. Gerade deshalb ist es unser Anspruch, unsere Vergangenheit transparent zu machen und aus ihr für die Zukunft zu lernen.“

Die Neuland war seit ihrer Gründung durch die Deutsche Arbeitsfront alles andere als eine gewöhnliche Wohnungsgesellschaft. Als zentrale Akteurin einer der bedeutendsten Stadtneugründungen im Deutschland des 20. Jahrhunderts sollte sie sowohl das propagandistische Ideal als auch das öffentliche Bild nationalsozialistischer Neubaustädte prägen. Entsprechend groß war die überregionale Aufmerksamkeit, die ihr zuteilwurde – erst recht, nachdem die Stadt des KdF-Wagens durch Adolf Hitler persönlich nach Berlin und Nürnberg als dritte Stadt in den Rang einer Neugestaltungsstadt erhoben worden war.

Maik Ullmann/Alexander Kraus (Hg.), Die Neuland baut der Stadt das Haus. Eine Wohnungsgesellschaft in Diktatur und Demokratie zwischen Anspruch und Wirklichkeit (Stadt – Zeit – Geschichte, Bd. 12). Göttingen 2026; 368 S., 176 Abbildungen. Ladenpreis: 35,00 Euro. Das Buch ist im Buchhandel erhältlich.