Langfristig wird bezahlbarer Wohnraum stark von der gezielten Nutzung von Fördermitteln abhängen
Der Wolfsburger Mietwohnungsmarkt zeigt sich weiterhin stabil. Das ist das zentrale Ergebnis der aktuellen Mietmarktanalyse 2026, die in Kürze im Ausschuss für Strategische Planung, Wirtschaft, Digitalisierung und Stadtentwicklung vorgestellt wird. Grundlage der Auswertung sind über 22.000 Mietverträge der vier größten Wohnungsgesellschaften, die zusammen mehr als die Hälfte des Marktes abdecken.
Die Analyse belegt eine weiterhin moderate Mietpreisentwicklung: In den vergangenen fünf Jahren stiegen die Mieten im Durchschnitt um rund 0,15 Euro pro Quadratmeter. Die durchschnittliche Bestandsmiete lag 2025 bei 7,00 Euro pro Quadratmeter, Neuvermietungen bei 8,00 Euro. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach Wohnraum konstant hoch. Der Leerstand ist leicht auf 1,2 Prozent gestiegen, bewegt sich damit aber weiterhin unterhalb der notwendigen Fluktuationsreserve für einen funktionierenden Markt.
Mehr Transparenz am Markt
Ein wesentlicher Trend ist die zunehmende Annäherung von Angebots- und Neuvermietungsmieten. Der Abstand liegt aktuell bei rund einem Euro pro Quadratmeter und ist damit deutlich geringer als noch vor wenigen Jahren. Grund dafür ist vor allem ein verändertes Vermarktungsverhalten: Große Wohnungsgesellschaften bieten ihre Wohnungen verstärkt über Online-Portale an und erhöhen so die Sichtbarkeit auch preisgünstiger Angebote.
„Die Ergebnisse zeigen, dass Wolfsburg auch in einem anspruchsvollen Umfeld ein verlässlicher und attraktiver Wohnstandort bleibt. Dank der verantwortungsvollen Mietenpolitik unserer lokalen Wohnungsgesellschaften gelingt es uns, für eine moderate Mietentwicklung in unserer Stadt zu sorgen. Um bezahlbaren Wohnraum auch langfristig zu sichern, müssen wir jedoch frühzeitig und strategisch handeln“, sagt Oberbürgermeister Dennis Weilmann.
Modernisierung bleibt zentrale Herausforderung Neben der stabilen Marktlage macht die Analyse deutlich, dass der Wohnungsbestand in den kommenden Jahren stärker in den Fokus rücken muss. Rund 64 Prozent der Mehrfamilienhäuser sind bislang unsaniert. Gleichzeitig finden viele Modernisierungen im laufenden Betrieb statt und sind in den Leerstandszahlen nur eingeschränkt sichtbar.
„Die Daten geben uns eine klare Orientierung für die Stadtentwicklung: Der Fokus liegt zunehmend auf der qualitativen Weiterentwicklung des Bestandes. Die Nutzung von Fördermitteln ist dabei ein entscheidender Erfolgsfaktor, damit es am Ende für alle bezahlbar bleibt“, erklärt Marcel Hilbig, Leiter des Referats Daten, Strategien, Stadtentwicklung.
Förderung wird zum Schlüssel für bezahlbaren Wohnraum Preisgünstiger Wohnraum bleibt ein zentrales Thema. Während ein Großteil der Bestandsmieten weiterhin im unteren und mittleren Preissegment liegt, nimmt der Anteil besonders günstiger Neuvermietungen deutlich ab.
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, setzt die Stadt künftig verstärkt auf Wohnraumförderung. Ein entsprechender Handlungsrahmen für geförderten Mietwohnraum wurde bereits erarbeitet. Ziel ist es, durch gezielte Fördermittel den Bestand zu sichern und gleichzeitig neuen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
Die Mietmarktanalyse 2026 steht im Statistikportal WOKS als interaktiver Bericht zur Verfügung und bildet eine zentrale Grundlage für die zukünftige Wohnraumentwicklung in Wolfsburg.

