Wolfsburg bringt neues Rahmenkonzept auf den Weg – Entscheidung im Rat steht bevor
Ab dem Schuljahr 2026/27 soll in Wolfsburg ein neues Rahmenkonzept für die Ganztagsförderung an Grundschulen umgesetzt werden. Ziel ist es, den gesetzlichen Rechtsanspruch auf ganztägige Bildung ab 2026 zu erfüllen und zugleich die Bildungs- und Teilhabechancen von Kindern nachhaltig zu verbessern. Über die Umsetzung entscheidet der Rat der Stadt Wolfsburg voraussichtlich in seiner Sitzung im März.
Das Konzept Mit Kindern für Kinder – Ganztag gemeinsam gestalten wurde im Geschäftsbereich Schule und Bildung entwickelt und in einem breiten Beteiligungsprozess gemeinsam mit Schulen, Eltern, Trägern und insbesondere auch mit Kindern erarbeitet. Es setzt auf Qualität durch Kooperation, Partizipation und klare Verantwortlichkeiten. Die Umsetzung erfolgt schrittweise bis 2029 und ist modular aufgebaut. Der Finanzmittelbedarf beläuft sich auf 5,28 Mio. Euro in 2027, 5,51 Mio. Euro in 2028 und 5,75 Mio. Euro in 2029.
Oberbürgermeister Dennis Weilmann betont die gesamtstädtische Bedeutung der Neuausrichtung: „Ganztagsbildung ist ein zentraler Baustein für Chancengleichheit und für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Mit dem neuen Rahmenkonzept schaffen wir eine verlässliche Grundlage, um den Rechtsanspruch umzusetzen und Wolfsburg als starken Bildungsstandort weiterzuentwickeln.“
Schul- und Bildungsdezernentin Iris Bothe unterstreicht die fachliche Zielsetzung und den Qualitätsanspruch des Konzepts: „Ganztagsbildung ist weit mehr als Betreuung. Sie ist ein Bildungsraum, in dem Kinder sich entfalten, soziale Kompetenzen entwickeln und individuelle Stärken entdecken können. Mit dem neuen Rahmenkonzept stärken wir die Eigenverantwortung der Schulen, verbinden schulische Bildung und Jugendhilfe systematisch und stellen die Bedürfnisse der Kinder konsequent in den Mittelpunkt. Entscheidend ist dabei nicht nur der Ausbau, sondern die Qualität und die Wirkung des Ganztags.“
Die neue Struktur verzahnt schulische Bildung mit Angeboten der Jugendhilfe, sieht die Qualifizierung nicht-pädagogischer Fachkräfte vor und setzt auf langfristige Fachkräftebindung durch verlässliche Rahmenbedingungen. Zudem wird ein einheitliches Fördersystem mit klarer Finanzierung etabliert. Ein Fach- und Finanzcontrolling sowie schulbezogene Qualitätszirkel sichern die Umsetzung und ermöglichen eine kontinuierliche Weiterentwicklung. Fördermittel des Bundes werden geprüft und in die Haushaltsplanung einbezogen.
Grundsätzlich gilt jedoch, dass die Umsetzung zur Erfüllung zwingender rechtlicher Vorgaben erfolgt. Eine auskömmliche Finanzierung ist dabei aktuell nicht gegeben, da lediglich 15 % der entstehenden Kosten refinanziert werden; die verbleibenden Aufwendungen sind aus kommunalen Mitteln zu tragen. Die Stadt fordert das Land auf, für die Folgejahre eine vollständige bzw. auskömmliche Refinanzierung dieser Aufgabe sicherzustellen.
Der Verwaltungsvorschlag befindet sich derzeit in der politischen Beratung und wird abschließend dem Rat der Stadt Wolfsburg zur Entscheidung vorgelegt.

