Sicherstellung von ausreichend Hausarztpraxen ist wichtiges Zukunftsthema
Es ist ein zentrales Zukunftsthema: Die Versorgung einer Stadt mit ausreichend Hausärzt*innen. Dabei ist der Ärztemangel kein rein medizinisches Problem, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. In einem breiten Bündnis aus Verwaltung, der Wolfsburg Wirtschaft und Marketing GmbH (WMG), Investor*innen und der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) soll die medizinische Versorgung Wolfsburgs und seiner Bürger*innen sichergestellt werden.
„Eine gute medizinische Versorgung ist Grundlage für Lebensqualität, Sicherheit und Vertrauen in den Wohnort. Unser Ziel ist klar: Wir wollen in Wolfsburg hervorragende Bedingungen für Ärztinnen und Ärzte schaffen und somit für alle Generationen einen wichtigen Grundpfeiler für ein lebenswertes Zuhause erhalten. Dafür werden wir unsere Anstrengungen noch stärker bündeln und mit den zentralen Partnerinnen und Partnern diese Zukunft gestalten“, erklärt Oberbürgermeister Dennis Weilmann.
Gesundheitsdezernent Andreas Bauer ergänzt: „Wir müssen als Kommune zukunftsorientierte, innovative sowie bedarfsgerechte Lösungen anbieten. Dabei spielt Vertrauen, Verlässlichkeit und eine langfristige Perspektive eine wesentliche Rolle. Deswegen intensivieren wir unser Engagement nicht nur im finanziellen Bereich, sondern vor allem auch bei konkreten Berücksichtigung von Wünschen und Bedarfen.“
Für die aktuelle Situation gibt es zwei Ausgangspunkte: Zum einen stehen viele Wolfsburger Hausarztpraxen aus Altersgründen vor der Schließung und zum anderen hat sich das Berufsbild bei jungen Ärzt*innen verändert. Heute ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtiger – und damit ein Angestelltenverhältnis interessanter – als eine eigene Praxis zu haben. Gleichzeitig steigt aber der Behandlungsbedarf durch eine immer älter werdende Bevölkerung. So liegt die Ärzteversorgung in Wolfsburg aktuell bei 90,5 Prozent. In einem Worstcase-Szenario wäre es aber möglich, dass die Versorgung auf 75 Prozent zurückgeht.
Bereits seit 2013 fördert die Stadt Wolfsburg die Niederlassung von Ärzt*innen im Stadtgebiet aktiv. Sowohl bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten als auch finanziell mit bis zu 50.000 Euro. In 2025 wurde die Förderung noch einmal deutlich ausgeweitet. Auch bestehende Praxen können Fördermittel in Höhe von bis zu 150.000 Euro bekommen, wenn sie in innovative Ansätze investieren. Darüber hinaus bekommen Studierende Unterstützung, beispielweise wenn Humanmediziner*innen ihr Pflichtpraktikum in Wolfsburg absolvieren. Außerdem werden für Studierende am Medizincampus Stipendien und Mentoringprogramme angeboten.
Einen besonderen Fokus legte darauf kürzlich zudem die Fachtagung „Ambulante Vertragsärztliche Versorgung in Wolfsburg – eine Bestandsaufnahme“. Die Zusammenkunft beteiligter Institutionen und Verbände in Kombination mit Impulsen aus Verwaltung und Medizin unterstrich zentrale Punkte als wichtige Erkenntnis: Notwendigkeit eines Weiterbildungsverbundes, Netzwerk zwischen den Mediziner*innen und eine langfristige Strategie für die Niederlassungen in Wolfsburg. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Frage nach einer Arztpraxis der Zukunft und Bündelung, Delegation und Digitalisierung.


